Zu heiss … oder zu heiß?

Egal, mein Widerstand gegen die neue Rechtschreibung ist durch Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit geschrumpft. Mein Hirn funktioniert nur noch auf Autopilot: Wo gibt es Wasser? Wie weit ist es bis zum Sofa? Ist endlich Feierabend? Nicht einmal zum Lesen reicht es noch; die Hände sind dauerfeucht, das Papier wellt sich.

Auf bessere Zeiten!

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Janwillem van de Wetering ist tot

Diese Nachricht hat mich sehr berührt. Van de Wetering war einer der Autoren, durch die ich die Freude am Literaturübersetzen entdeckt habe. In vielen seiner Kriminalromane gehen Skurrilität, Spannung und Intelligenz eine Symbiose ein, die mich nach mehr lechzen ließ. Und als ich feststellen mußte, wie lieblos einige seiner Bücher aus dem Niederländischen übersetzt worden waren, machte ich eines davon zum Thema meiner Diplomarbeit: De Zaak IJsbreker - Der Feind aus alten Tagen.

Ich mochte den bärbeißigen Adjutant Grijpstra, der unglücklich verheiratet war und jede Chance nutzte, nicht nach Hause zu gehen; seinen schnuckeligen Partner, Brigadier De Gier, der die Frauen genauso liebte wie die Katzen, und vor allem den Vorgesetzten der beiden, der keinen Namen hatte und nur “Commissaris” genannt wurde: ein alter weiser Mann, der am Stock ging und mit seiner Frau und seiner Schildkröte philosophische Gespräche führte.

Ich habe Van de Wetering meine Diplomarbeit geschickt, und er hat sich bedankt mit einem Bild von sich auf Schneeschuhen im Garten. Und hat auf meine Bitte für “Bei Ankunft Mord” eine Amsterdam-Geschichte geschrieben. Almuth und ich schickten ihm regelmäßig eine Weihnachtskarte, dem Buddhisten, dem Weihnachten vermutlich wurscht war. Manchmal schrieb er zurück und schickte einen Pfotenabdruck von seinem Hund.

Am 4. Juli 2008 starb mein Held der 80er Jahre im Alter von 77 Jahren an Krebs.

Janwillem, ik zal je nooit vergeten.

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KeinKrimi I: Perlen statt Diamanten

Diamonds are a girl’s best friend singt Marilyn Monroe sehr überzeugend in “Wie angelt man sich einen Millionär”. Nach Lektüre von Katrin Kazubkos und Tamara Trautners “Perlen - Das Putzfrauenbuch” möchte ich dem entschieden widersprechen: Perlen statt Diamanten!

Sicher, in einem Hollywoodfilm von 90 Minuten Länge muß nicht unbedingt geputzt werden; da haben die Heldinnen meist andere Probleme zu lösen. Im gewöhnlichen schnöden Leben bleibt das allerdings nicht aus. Diejenigen unter uns, die das Putzen weder als Ventil, Meditation oder sonstige angenehme Ersatzbefriedigung betrachten, wissen, was eine echte Perle wert ist.

Aber wie eine finden? Eine, die die Dinge zu unserer Zufriedenheit erledigt, möglichst telepathisch weiß, was wir uns wünschen, zuverlässig, ehrlich, verschwiegen und überhaupt alles ist? Gibt es solche Wunderfrauen überhaupt?

Kazubko und Trautner haben ein sehr informatives, unterhaltsames und hilfreiches Buch zu diesem Thema geschrieben. Nach einem historischen Überblick (”Vom Gesinde zum Bodenkosmetiker” - hm, hätte das nicht Kosmetikerin heißen müssen?) erfahren wir jede Menge über Schmutz, und ein Test sagt uns, welcher Putztyp wir sind. Das hilft dabei, uns über unsere Ansprüche klarzuwerden, damit es dann auch klappt mit der Perle. Denn was die “Schmutzgeber” gern vergessen ist, daß ihre “Schmutznehmer” Menschen mit eigenen Ordnungs- und Reinlichkeitsvorstellungen sind - ob das der Knick im Kissen ist oder die Frage, wie oft Fenster geputzt werden müssen. Es gibt Tips zur konstruktiven Kritik und auch zur legalen Beschäftigung von Haushaltshilfen (z. B. ein Mustervertrag).

Nach der Lektüre weiß ich zwar nicht, wie man Perlen reinigt, aber daß eine gute Perle ein echtes “Goldstück” ist. Oder so.

Katrin Kazubko, Tamara Trautner: “»Perlen« Das Putzfrauenbuch.” Mosaik bei Goldmann, 2005, z. Zt. nur antiquarisch ab 0,01 €.

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Was wir trinken?

Ja, ich weiß - andere Leute haben die Finnin Leena Lehtolainen schon viel früher entdeckt als ich. Ganz offensichtlich war sie wohl etliche Bücher lang in Deutschland “in” bei den KrimileserInnen. Nun habe ich vor kurzem ihre ersten beiden Romane gelesen, die praktischwerweise zusammen in einem Band angeboten wurden. (Es hat auch Vorteile, wenn man ein bißchen wartet).

Was mir in “Alle singen im Chor” und “Auf die feine Art” besonders aufgefallen ist: Alle duzen sich, alle saufen wie die Löcher und gegessen wird überwiegend in flüssiger Form. Ein Satz wie “Hastig schlang ich in der Polizeikantine das Mittagessen herunter” ist typisch und könnte bedeuten, daß einerseits das Mittagessen prinzipiell keine Rolle spielt, die Kantine schlecht ist oder die Hauptfigur essen grundsätzlich nebensächlich findet. Getränke werden dagegen immer sehr detailliert beschrieben, einschließlich der Nachwirkungen am nächsten Tag. Warum, frage ich mich da immer wieder, lassen sie das Saufen nicht einfach, wenn sie jedesmal am Tag danach sterben wollen?

Das könnten nun landestypische Eigenschaften sein; in Finnland kenne ich mich nicht so aus. Zermürbt hat mich jedoch die unübersichtliche Menge der beteiligten Personen, die sich alle immer untereinander kennen oder die alle miteinander verwandt sind. Man bekommt den Eindruck, Helsinki hätte nicht mehr als 800 Einwohner. Daß ich mir deren Namen meist weder behalten noch sie auseinanderhalten kann, ist vermutlich das Finnische an der Sache. Ist Sirkku jetzt ein Mann oder eine Frau? Wenigstens die Hauptfigur heißt Maria, da weiß ich doch gleich, woran ich bin.

Nach zwei Romanen weiß ich auch, daß Maria gern Bodybuilding macht, Fahrrad fährt, nicht gern bei ihren Eltern ist (ist, nicht ißt!), mit ihren Schwestern nicht besonders gut auskommt und sich grundsätzlich nichts sagen läßt. Trotzdem ist sie mir fremd geblieben und nicht besonders sympathisch. Und vermutlich habe ich den Inhalt der Romane in einem Vierteljahr schon wieder vergessen. Wenn es denn überhaupt so lange dauert.

Fazit: Skandinavische Krimis sind einfach nix für mich, und finnische machen keine Ausnahme. Prost!

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Über die Auswahl der Lektüre für das Lesen im Bett

Im Bett soll man nur leichte und unterhaltende Lektüre zu sich nehmen sowie spannende und beruhigende, ferner ganz schwere, wissenschaftliche und frivole sowie mittelschwere und jede sonstige, andere Arten aber nicht.

Kurt Tucholsky (1890-1935)Wenn der Spielautomaten - Spieler setzt mehr Geld innen, kann er oder sie einfach die zus�tzlichen horizontalen Linien �ber und auch unter gratis online poker Hauptbezahlung Linie oder die diagonalen Linien, die �ber die Bandspulen laufen.???????? ????? ????????

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Was ist eigentlich ein “Kir” und wie wird er “Royal”?

Kir und Kir royal sind beides Mischgetränke auf der Grundlage von Schwarzem Johannisbeerlikör, bevorzugt Crème de Cassis. Für den klassischen Kir wird der Likör mit Weißwein aufgefüllt, für den königlichen Kir royal mit trockenem Schaumwein.

Seinen Namen hat das Getränk von Felix-Adrien Kir, genannt Kanonikus Kir (* 22. Januar 1876; † 26. April 1968). Er war ein französischer Kanoniker und Politiker. Erfunden hat Felix Kir das Getränk übrigens nicht. Früher hieß es einfach Blanc-Cassis und war ein typisches Getränk für die Gegend um Dijon. Durch das Zugießen des süßen Likörs machte man den sauren Weißwein genießbar. Da Johannisbeeren sehr viel Vitamin C haben, harntreibend wirken und Stoffe enthalten, die bei der Auflösung von Nieren- und Gallensteine behilflich sein können, hieß das Getränk in Frankreich auch rince-cochon, “Pansenreiniger”.
In seiner Zeit als Bürgermeister von Dijon machte Kir es zum offiziellen Trunk des Rathauses, das im Gebäude des früheren Herzogssitzes untergebracht war. Mit der Zeit entwickelte sich der Kir royal zum Getränk der Schickeria und war in den 1980er sogar Namensgeber einer sechsteiligen Fernsehserie von Helmut Dietl. Die Serie spielt in der Münchner Schicki-Micki-Szene.

In seinem 1993 erschienenen Buch “Dictionnaire satirique. Von Abfall bis Zivilisation” beschreibt Klaus Mampell den Kir royal als Treibstoff für die Schickeria:

“In der Tat ist Kir royal so wichtig für die Schickeria wie Benzin fürs Auto; denn ein Auto ohne Benzin funktioniert nicht so gut wie eines mit; wie andererseits eine Schickeria ohne Kir royal funktioniert, läßt sich insofern nicht sagen, als es eine solche von vornherein gar nicht gibt.”

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Fast schon was zum Essen

“Fast schon Food - Die Geschichte des schnellen Essens” ist 1995 bei Campus erschienen und später bei Bastei Lübbe noch einmal im Taschenbuch. Christoph Wagner, Gorumetkritiker, Journalist und Herausgeber des Gastronomieführers “Wo ißt Österreich” biete in diesem Buch einen intressanten Überblick über die Geschichte des Fast Food (und der beginnt mit mitnichten in den USA!).

Das erste literarisch überlieferte, klassische “Picknick”, so Wagner, sei in der Bibel zu finden: Schließlich verwandelt Gott nicht nur zwölf Quellen in “Süßes Waser”, sondern schickt den Israeliten Wachteln und Manna, das vielseitig einsetzbar, als Vorläufer des “Convenience Food” gelten könnte. Damit habe Gott die drei Zutaten gesandt, mit denen bis heute jeder Schnellimbiß funktioniert: Fleisch, Brot und Limo.

Neugierig geworden? Dann mal schnell ins nächste Antiquariat oder suchen unter “www.zvab.de“. Viel Spaß damit!

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Über das Lesen im Bett

Das Lesen im Bett zeugt von völliger Hingabe an die Kunst: Man überlässt es dem Dichter, wann man einschläft.

Ernst R. Hauschka (*1926)

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Geflügelsalat

Den improvisierten Pfingst-Geflügelsalat möchte ich jetzt aber doch niemandem vorenthalten:

Hühnerbrustfilets in gleich große Streifen oder Würfel schneiden und in wenig Sonnenblumenöl (kein Olivenöl!) braten, bis sie gerade gar sind. (Nicht zu lange, sonst werden sie zu trocken.) Beiseite stellen.

Aus Orangen-Balsam-Essig, Orangensaft, Salz, Pfeffer und Curry (oder Sambar marsala, wer es hat) eine Marinade herstellen und die Fleischstücke hinein legen. Immer mal wieder wenden.

Ein paar Eßlöffel tiefgekühlte junge Erbsen kochen, abschrecken und abkühlen lassen. Etwas Staudensellerie mit Grün in feine Streifen schneiden. Eine Orange filetieren und die Filets in die gleiche Größe schneiden wie das Fleisch.

Die marinierten Fleischstücke aus der Marinade nehmen, etwas Creme fraiche oder Schmand mit der Marinade verrühren und alle Zutaten wieder hineingeben. Gut mischen und eine Weile ziehen lassen. Nachwürzen.

Wohl bekomm’s!

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Pfingsten ohne Einkauf

Jedes Jahr schwöre ich mir, vor größeren Feiertagen (= 2 Tage lang die Läden geschlossen) nicht mehr so viel einzukaufen. Meistens habe ich tolle Ideen, was ich alles kochen könnte, kaufe auch für alles ein, aber selbst eine Horde halbwüchsiger Leistungssportler wäre nicht in der Lage, all das aufzuessen. Mal davon abgesehen, daß ich dann doch lieber lesen möchte statt kochen. Deshalb setzt irgendwann der Verstand ein, und ich packe das Zeug in den Vorratsschrank oder die Tiefkühltruhe. Wo ich es dann vergesse.

Dieses Mal habe ich widerstanden. Hurrah! Ich habe nicht nur keine Riesenmengen eingekauft, nein, ich habe tatsächlich NICHTS eingekauft. Und beschlossen, mal aus all den Dingen was zu produzieren, die ich sowieso noch im Haus habe. Jetzt ist Pfingstsonntag abend, ich habe gerade einen leckeren Geflügelsalat verputzt (der Rest reicht noch für morgen) und bin stolz auf meinen lichtdurchfluteten Kühlschrank. Diesmal kein Freßterror! Wenn das kein Grund zum Feiern ist … vielleicht mit einem Espresso und einem Mürbteigplätzchen? Prost!

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